Thüringen als Innovationsstandort: Neue Lösungen für Infektionsdiagnostik und die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen

Infektionsforschung und Biophotonik: Thüringens Schlüssel für moderne Diagnostik
Die zunehmende Verbreitung von Antibiotikaresistenzen gehört zu den größten Herausforderungen im Gesundheitswesen, denn einfache Infektionen können plötzlich lebensbedrohlich werden. Schnelle und präzise Infektionsdiagnostik wird deshalb immer wichtiger – sowohl für eine wirksame Therapie als auch für die Eindämmung resistenter Erreger. Schnelltests und moderne Analyseverfahren gewinnen deshalb stark an Bedeutung – insbesondere solche, die direkt vor Ort, also am „Point of Care“, eingesetzt werden können.
Thüringen vereint genau die Kompetenzen und Akteure, die für diese Entwicklung entscheidend sind. Der Freistaat ist ein etablierter Standort für Infektionsforschung und Biophotonik – also lichtbasierte Technologien. Diese ermöglichen neue diagnostische Verfahren, die schneller, präziser und oft weniger invasiv sind als bisherige Methoden, und schaffen die Grundlage für Point‑of‑Care‑Tests, die direkt in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden können. Zudem können innovative Verfahren durch die enge Verzahnung der vielfältigen Diagnostik‑ und Biotechindustrie in Thüringen nicht nur erforscht, sondern auch zügig zur Marktreife gebracht und industriell umgesetzt werden.
InfectoGnostics: Cluster für Diagnostikinnovation in Thüringen
Eine zentrale Rolle spielt dabei der Innovationscluster InfectoGnostics. Seit über einem Jahrzehnt vernetzt er Partner aus Wissenschaft, Klinik und Industrie miteinander, darunter das Universitätsklinikum Jena und das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (IPHT) sowie Unternehmen wie z. B. Analytik Jena GmbH & Co. KG, BLINK AG, und Senova GmbH, um Diagnostiklösungen schneller in die Routineversorgung zu überführen. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren davon durch:
die gemeinsame Nutzung von Forschungsgeräten
Direkte Übergabepunkte zwischen Forschung und Entwicklung
Möglichkeiten zur Validierung und klinischen Testung
Diagnostik wird hier entlang der Wertschöpfungskette gedacht, und mit Anschluss an angrenzende Bereiche wie Datenbanken/IT und Gerätetechnik, mit dem Ziel vernetzt, Kooperationen in ganz Thüringen zu ermöglichen und neue Produktentwicklungen schnellervoranzutreiben.
Neue Förderphase: 8 Millionen Euro für Diagnostik der Zukunft
Seit Oktober 2025 befindet sich InfectoGnostics in der dritten Phase der Forschungscampus‑Initiative. des. Mit rund 8 Millionen Euro werden bis 2029 sieben neue Leitprojekte vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert, die sich mit modernen Technologien der Infektionsdiagnostik befassen – von praxistauglichen molekularen Schnelltests für den Einsatz in Thüringer Pflegeeinrichtungen über biophotonische Ansätze zur Bestimmung der Immunantwort bis hin zu Point-of-Care-Tests für Entzündungsmarker, die perspektivisch auch als Heimtests eingesetzt werden könnten.
Das 7. Leitprojekt TransDiag unterstützt zudem den Transfer in die Versorgung durch klinische Bedarfsanalysen, Studienplanung und Vernetzung von Entwicklern und Anwendern – ein direkter Vorteil für Unternehmen, die ihre Lösungen praxisnah testen und verbessern wollen.
Neue Infrastruktur stärkt den Standort
Strategisch ergänzt wird diese Entwicklung durch den Aufbau des „Leibniz-Zentrums für Photonik in der Infektionsforschung“ (LPI) in Jena. Es soll den Weg von der anwendungsnahen Forschung bis zum marktfähigen Produkt weiter beschleunigen und die biophotonische Kompetenz am Standort bündeln.
InfectoGnostics als wichtiges Biotech-Netzwerk für ganz Thüringen
Der Innovationscluster InfectoGnostics wird vom Freistaat im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) unterstützt und arbeitet für den Austausch mit Thüringer Partnern sowie den Ausbau nachhaltiger Netzwerk‑ und Clusterstrukturen eng mit Innovativ Thüringen zusammen.
Über Austauschformate, gemeinsame Veranstaltungen und themenspezifische Vernetzungen schafft InfectoGnostics zusammen mit Innovativ Thüringen Räume, in denen sich Unternehmen, Forschungsgruppen und klinische Partner begegnen und neue Kooperationen entstehen können.
Gleichzeitig bringt sich InfectoGnostics aktiv in die Ausgestaltung des Spezialisierungsfelds „Gesundes Leben und Gesundheitswirtschaft“ der Regionalen Innovationsstrategie (RIS) Thüringen ein und trägt so dazu bei, dass die vielfältigen Diagnostik‑ und Biotechaktivitäten im Freistaat gezielt miteinander verknüpft werden.
Internationale Sichtbarkeit: Thüringen auf der AMR Conference Basel
Thüringen zeigt seine Kompetenzen auch zunehmend international. Ein Beispiel: die Teilnahme an der AMR Conference Basel vom 3.-4. März 2026 – einer der wichtigsten europäischen Veranstaltungen zum Themenkomplex Antibiotikaresistenzen.
Gemeinsam mit Innovativ Thüringen präsentiert Infectognostics dort mit seinen Partner-Unternehmen SMA Development GmbH, Dynamic42 GmbH und Applyo Jena GmbH aktuelle Forschungsergebnisse und Technologien.
Fazit
Thüringen ist weit mehr als ein klassischer Forschungsstandort. Hier entstehen Lösungen für eine der größten medizinischen Herausforderungen unserer Zeit.
Die enge Verbindung von Photonik, molekularer Diagnostik, klinischer Expertise und unternehmerischer Umsetzung macht den Freistaat zu einem sichtbaren Innovationsstandort für Infektionsforschung und -diagnostik.



