InnoCON Thüringen 2026

Die InnoCON Thüringen 2026 zeigte: Erfolgreiche Innovationen entstehen dort, wo Unternehmen, Forschung und Netzwerke gemeinsam Lösungen entwickeln. Welche Erfolgsfaktoren Kooperationen wirklich erfolgreich machen und wie Unternehmen davon profitieren können, erfahren Sie hier.

Was Unternehmen von der InnoCON Thüringen 2026 mitnehmen können

Innovationen entstehen heute nur noch selten innerhalb eines einzelnen Unternehmens. Neue Technologien werden komplexer, Entwicklungszyklen kürzer und Märkte dynamischer. Wer erfolgreich innovieren will, braucht deshalb mehr als gute Ideen: Er braucht die richtigen Partner.

Genau darum ging es bei der InnoCON Thüringen 2026 in Erfurt. Unter dem Leitmotiv „Erfolg durch Kooperation und Vernetzung“ diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Innovationsnetzwerken, wie Zusammenarbeit zum Innovationserfolg beiträgt, welche Herausforderungen dabei entstehen und welche Faktoren erfolgreiche Kooperationen auszeichnen.

Die zentrale Erkenntnis der Veranstaltung: Innovation entsteht dort, wo unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen, Wissen geteilt wird und Unternehmen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen, Netzwerken und Kunden neue Lösungen entwickeln.

Welche Erfolgsfaktoren dabei entscheidend sind und was Unternehmen daraus für ihre eigenen Innovationsprojekte mitnehmen können, zeigte die InnoCON anhand zahlreicher Praxisbeispiele aus Thüringen und darüber hinaus.

Innovation beginnt mit dem richtigen Verständnis

In der Keynote von Rudi De Winter, langjähriger CEO und heutiges Aufsichtsratsmitglied von X-FAB, wurde deutlich, wie XFAB sich seit seiner Gründung im Jahr 1992 in Erfurt zu einem der weltweit führenden Hersteller für Mikrochips entwickeln konnte. Das Unternehmen setzt auf eine Kombination komplementärer Kompetenzen und bindet gezielt Partner ein, die das eigene Know-how ergänzen, neue Perspektiven einbringen und Zugang zu zusätzlichen Technologien oder Märkten schaffen. Zudem beziehen sie ihre Kunden frühzeitig in Entwicklungsprozesse ein, arbeiten mit sogenannten Lead-Kunden zusammen und holen kontinuierlich Feedback ein. Für sie bedeutet dies schnellere Lernzyklen, sinkende Entwicklungsrisiken und zielgerichtete neue Produkte.

Die Botschaft der Keynote war damit auch eine klare Empfehlung für Unternehmen: Wer Innovation beschleunigen möchte, sollte Kooperationen nicht als Ergänzung betrachten, sondern als festen Bestandteil seiner Innovationsstrategie.

Hightech aus Thüringen für globale Märkte

Wie erfolgreiche Kooperation konkret aussehen kann, zeigte De Winter anhand einer Erfurter Erfolgsgeschichte. Hier wurde einer der weltweit kleinsten kontaktlosen Temperatursensoren entwickelt, der heute in Anwendungen der Consumer- und Medizintechnik (z.B. Smartphones, Wearables) eingesetzt werden kann und Märkte in Asien und den USA adressiert. Der Erfolg basiert auf dem Zusammenspiel der Halbleitertechnologie mit der Optik. Auch in dem Zusammenspiel der Photonik und Mikroelektronik sieht De Winter in Thüringen großes Potenzial.

Kooperation als Erfolgsmodell: Beispiele aus Forschung und Wirtschaft

Wie Zusammenarbeit in der Praxis funktioniert, zeigte die InnoCON aus unterschiedlichen Perspektiven – von anschaulichen Erfolgsgeschichten über konkrete Projektpitches bis hin zur gemeinsamen Reflexion im Workshop.

Den Einstieg bildeten drei filmische Beispiele aus Thüringen, die eindrucksvoll verdeutlichten, wie aus Kooperation marktfähige Innovationen entstehen können. 

Im Forschungsprojekt NanoAR arbeiten Partner aus Wissenschaft und Industrie gemeinsam an neuartigen nanostrukturierten Oberflächen für Hochleistungsoptiken. Die Glatt Ingenieurtechnik GmbH bringt dabei ihre Expertise in der Entwicklung und Synthese spezieller Nanopulver ein und schafft damit eine zentrale Grundlage für die neuen Materialien.

Einen anderen Ansatz verfolgt das Projekt MOVEwell. Gemeinsam entwickeln Partner aus Wirtschaft und Forschung Lösungen für eine nachhaltigere Mobilität im ländlichen Raum Thüringens. Im Fokus steht eine digitale Plattform, die Mitarbeitenden des Zentralklinikums Bad Berka flexible und nachhaltige Mobilitätsangebote wie Carpooling bis hin zu On-Demand-Verkehren zugänglich machen soll.

Eine internationale Kooperation zeigt das Horizon-Europe-Projekt NewLife. Hier entwickeln Partner aus sechs europäischen Ländern innovative Monitoringlösungen für Schwangere und Neugeborene. Ein Beispiel sind intelligente Textilien mit integrierter Sensorik, die Gesundheitsdaten kontaktlos erfassen können.

Weitere Praxisbeispiele unterstrichen die Kooperationsvielfalt Thüringer Unternehmen – von eingespielten regionalen Kooperationen bis hin zu internationalen Verbünden – sowie die Wichtigkeit von Netzwerken bei komplexen Innovationsvorhaben. Dazu gehörten die Entwicklung eines Multisensorsystem für industrielle Produktionsumgebungen (Tridelta Weichferrite GmbH), eines Campusnetzes für Industrieanwendungen (Adtran Networks SE), neuer Verfahren zur künstlichen Beatmung (neuroConn GmbH) und energieerzeugende Textilien mit Graphen (Born GmbH – knitwear for fashion & enginering). 

In dem Workshop mit Oliver Mauroner, Professor für Technologieorientiertes Innovations- und Gründungsmanagement von der Hochschule Hof, diskutierten die Teilnehmer typische Hürden von Kooperationen wie unklare Zieldefinitionen und Rollenverteilungen, komplexe Abstimmungsprozesse, mangelnde Verbindlichkeit („Stichwort Kooperationsfriedhof“), begrenzte personelle Ressourcen sowie fehlendes Wissensmanagement – und entwickeln gemeinsam Lösungsansätze. 

Was erfolgreiche Projekte gemeinsam haben

Aus den Praxisbeispielen und dem Workshop ließen sich konkrete Handlungsempfehlungen ableiten:

  1. Klarheit schaffen: Ziele, Rollen und Erwartungen von Beginn an definieren und gemeinsame Erfolgsgrößen/Meilensteine festlegen
  2. Kommunikation aktiv gestalten: Regelmäßiger Austausch, gemeinsame Sprache entwickeln, Konflikte früh ansprechen, Vertrauen aktiv aufbauen
  3. Wissen systematisch sichern: Dokumentation und Wissenstransfer, Vertretungsstrukturen aufbauen
  4. Verbindlichkeit schaffen: „Penetranz als Lösungsansatz“ – konsequentes Nachfassen, Einfordern von Ergebnissen und Fokussierung auf gemeinsame Ziele.
  5. Begrenzte personelle Ressourcen sowie komplexe Abstimmungsprozesse: Strukturierte Zusammenarbeit, Festlegung eines Ansprechpartners, Verbesserung des Projektmanagements anhand von Tools wie RACI und Quality Gates

Innovation braucht nicht nur Ideen, sondern auch die richtigen Rahmenbedingungen

Neben den Praxisbeispielen wurde auf der InnoCON 2026 deutlich, dass viele Unternehmen vorhandene Förder- und Unterstützungsangebote noch nicht ausreichend nutzen. Dabei stehen Unternehmen in Thüringen zahlreiche Instrumente zur Verfügung – von Einzelprojekten über Verbundvorhaben bis hin zu Förderprogrammen des Bundes, wie die Thüringer FTI-Richtlinie zur Förderung von Forschungs-, Technologie- und Innovationsprojekten und Bundesprogrammen wie RUBIN und WIR!. 

Gleichzeitig wurden verbreitete Vorurteile ausgeräumt: Förderanträge sind heute weitgehend digitalisiert, Projektstarts können häufig bereits kurz nach Antragstellung erfolgen und Unternehmen benötigen nicht zwingend externe Berater. Entscheidend ist vielmehr, frühzeitig die richtigen Ansprechpartner einzubinden und vorhandene Unterstützungsangebote zu nutzen. Auch Innovativ Thüringen begleitet Unternehmen bereits in frühen Entwicklungsphasen – von der Schärfung der Projektidee über die Suche nach geeigneten Partnern bis hin zur Entwicklung tragfähiger Konsortien und Förderstrategien.

Thüringen als starker Innovationsstandort

Die Botschaft der InnoCON Thüringen 2026 ist deshalb: Wer Innovationen erfolgreich entwickeln will, sollte nicht nur auf die eigene Stärke setzen, sondern gezielt Kooperationen suchen und vorhandene Unterstützungsangebote nutzen. 

 

 

Session 2: „Kooperation statt Alleingang: Zukunft, Herausforderungen und Lösungswege“

Übergreifende Erkenntnisse und Gesamtfazit

Freigegebene Vorträge der InnoCON 2026

Die Präsentationen ausgewählter Speaker stehen hier zum Download bereit.

Tridelta Weichferrite GmbH

Adtran Networks SE

Born GmbH

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